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Stand Dezember 2008
 
Vermittlung von 15 Tieren aus den Vorjahren und 13 Tieren, welche erst im Jahr 2008 aufgenommen wurden.
Insgesamt fanden 44 Tiere auf unterschiedlichen Wegen in die Reptilienstation.
Darunter waren 17 Landschildkröten, 7 Wasserschildkröten, 2 Brillenkaimane, 2 Nilwarane, etwaige Leguane und Agamen, einige Würgeschlangen und ein Chamäleon.
Herausragend zu nennen war dabei das Engagement des Tierheimes in Hildesheim, welche einen grünen Leguan unter enormen Aufwand und schließlich unter Anmietung eines Autos nach Berlin brachte. Leider mußte dieses Tier nach der Erstuntersuchung und Feststellung massivster Vernachlässigung und damit irreperabler Schäden an der Wirbelsäule aus tierschutzrechtlichen Aspekten sofort eingeschläfert werden.
Bei vielen anderen Tieren jedoch sieht die Lebensgeschichte weitaus erfreulicher aus. So wurde einer Tierliebhaberin, welche eher mit Hunden und Katzen zu tun hat eine wunderschöne maurische Landschildkröte vor die Tür gestellt. Dieses Tier konnten wir sofort an eine sehr engagierte Halterin vermitteln, die eines der schönsten Freihgehege eingerichtet hat, das wir kennen.
Nachdem wir uns in den letzten Jahren durch den Behördendschungel gearbeitet haben und zunächst mit dem Hilfsanspruch recht blauäugig an die Thematik herangetreten sind, hat sich im Laufe des letzten Jahres doch für uns eine klare Linie herausgefiltert.
Zunächst zur rechtlichen Situation. Es existiert ein Vertrag des Landes Berlin mit dem TVB (Tierschutzverein Berlin), in welchem die Aufnahme von Fundtieren geregelt ist. Das bedeutet, das der TVB für jedes Fundtier Geld vom Land Berlin erhält, sich jedoch im Gegenzug verpflichtet, jedes Fundtier aufzunehmen und zu vermitteln. Dieser Vertrag wurde in den letzten Jahren auf Reptilien ausgeweitet. Leider sind die Zuwendungen des Landes Berlin zeitlich begrenzt (einige Tage der Unterbringung) und deswegen im Bereich der Reptilien, welche eine längere Verweildauer haben, vor allem die Wasserschildkröten, nicht sehr ergiebig.
Dahingehend sieht die Situation der Reptilienstation weitaus erfreulicher aus. Wir haben mittlerweile für uns erarbeitet, wie hoch die Kapazitäten der Station sind, wie schnell wir rasch benötigte Großterrarien in Betrieb nehmen können, wie viele Wasserschildkröten die Teiche und Landschildkröten das Gelände verkraften. Sind wir am Rande der Kapazitäten angekommen, können wir keine weiteren Tiere aufnehmen. Tierschützerisch ist das von unserer Seite her der einzige vernünftige Weg, den aufgenommenen Tieren adäquate Lebensbedingungen zu bieten und nicht immer mehr Tiere zusammenzupferchen- natürlich Zulasten der Tiere, welche gerade dann nicht aufgenommen werden können.
Nun zum aktuellen Zustand: Im Falle, dass wir Tiere ablehnen oder anbieten die Tiere später im Jahr zu übernehmen besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass dann die Tiere ausgesetzt und in mehr oder weniger gutem Allgemeinzustand im TVB (dort Tierheim Berlin), welche aufnehmen müssen, von der Polizei oder dem Tierfang abgegeben werden. Das hat zur Folge, dass das Tierheim Privatabgaben (Reptilien) seit geraumer Zeit nicht mehr aufnehmen kann. Wir wollen hier verdeutlichen, dass unser rein privater Luxus zu entscheiden, welches Tier bleiben darf oder nicht belastende Folgen für das Tierheim Berlin bedeuten kann.
Allein durch die allgemeine Umstellung der Wirtschaft auf Energiesparlampen bis Ende 2010 haben die Terrarianer einen deutlichen Anstieg der Haltungskosten von wärmeliebenden Reptilien zu verschmerzen- natürlich auch die Tierheime. Jeder Terrarianer kennt die Kosten seiner Pfleglinge, natürlich auch jedes Tierheim, welches Reptilien aufnimmt.
Nun wurde in den letzten Monaten deutlich, dass die Polizei einerseits ein Budget für die Unterbringung solcher Fundtiere besitzt, damit aber sehr sparsam umgeht. Erst neulich weigerte sich die zuständige Sachbearbeiterin, für vier gefundene Wasseragamen die Unterbringung zu entgelten. Hier greift rechtlich das Fundrecht- die Tiere sind jeweils sechs Monate zu verwahren, um dem Eigentümer die Möglichkeit zu geben, seine Tiere zurückzubekommen (warum diese auch immer 12 Stunden im Winter in einem Hausflur standen).
Im Endeffekt verfügte dann die Polizei, die Tiere aus der Reptilienstation vom Tierfang zur Tiersammelstelle und von dort ins Tierheim zu überstellen. Die Mitarbeiter dort werden sich „gefreut“ haben.
Im Endeffekt haben wir von der Reptilienstation sicher in den letzten Jahren mehreren hundert Tieren in ihrem Lebensweg helfen können. Immer wieder jedoch erahnen wir, dass dies nur der berühmte Tropfen auf dem heißen Stein ist.
So wurde letztes Jahr privat ein Terrarium verkauft. Erstaunlicherweise „vergaß“ der Verkäufer das bis dahin dort lebende Tier, eine Bartagame aus dem Terrarium herauszunehmen. Der Käufer wollte keine Bartagame und brachte die Echse zu uns.
Der Stellenwert der Reptilien scheint reduziert zu sein auf ein bewegtes attraktives Wohnzimmerbild, welches ab und zu gewechselt wird.
Um jedes Missverständnis zu verhindern- es geht hier nicht um Menschen, welche gerne ihre Tiere pflegen und sich um die Belange ihrer Schützlinge oft aufopferungsvoll kümmern, sondern um Menschen, welche sich nicht gründlich mit der Aufnahme eines Reptils im Vorfeld beschäftigen und dann nach einiger Zeit die Lust an der Pflegschaft verlieren.
Fazit: Die jetzige Situation ist nicht schön. Selbst im Falle einer Eröffnung eines weiteren Reptilientierheims in Berlin/Brandenburg, wäre dieses Tierheim in kürzester Zeit gefüllt mit Rot- und Gelbwangenschmuckschildkröten und wir hätten den gleichen Status Quo , wie heute.
So kann es nicht weitergehen. Auf der einen Seite findet man in jedem Zooladen die wirklich süssen kleinen Land- und Wasserschildkröten, auf der anderen Seite die nicht mehr süssen ausgewachsenen Rot- und Gelbwangenschmuckschildkröten in Parkanlagen und an Ententeichen sitzen.
Für angemessene Lösungsvorschläge sind wir immer dankbar, wir werden die Ideen bündeln und wirklich Neues dem Senat vorlegen.