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Stand Dezember 2006
 
Hallo liebe Tierschützer und Reptilienfreunde!
 
Viel zu spät ab nun doch folgt eine kurze Zusammenstellung der Ereignisse des letzten Jahres:
Insgesamt wurden 99 Tiere 2006 in der Reptilienstation abgegeben. Von diesen Tieren konnten wir 60 Tiere erfolgreich vermitteln. Differenzierter betrachtet liegt die Vermittlungsrate bei Schlangen und Echsen auch wenn die Tiere geraume Zeit hier auf einen neuen Pfleger warten bei 100%, hingegen sinkt die Vermittlungsrate bei männlichen Landschildkröten und bei Wasserschildkröten leider erheblich ab.
 
Ende 2004 haben wir aufgrund unzumutbarer Zustände dem Tierheim Berlin die Abnahme ihrer Tiere angeboten, was dankend in Anspruch genommen wurde.
Nach vielen heftigen Diskussionen, Streitereien und Missverständnissen entschied sich nun der TVB (Tierschutzverein Berlin) alle von ihnen bei uns „geparkten“
 Reptilien, welche bis Mai 2006 nicht zu vermitteln waren zurückzunehmen und auf dem Tierheimgelände unterzubringen. Es gab noch einige Hürden zu überwinden, immerhin gestaltete sich die Situation gegen Ende 2006 derartig, das Kapazitäten für die Unterbringung von Reptilien im Tierheim Berlin geschaffen und auch fachgerecht instand gehalten wurden. Somit konnten wir in der Reptilienstation kurzfristig aufatmen, da sich nun der Ansturm von „überflüssigen“ Tieren nicht nur auf uns konzentriert, sondern auch das Tierheim Berlin „bis zum Platzen“ Reptilien aufnimmt und auch unterzubringen weiß.
 
Noch im April 2006 sahen wir uns jedoch mit der Tatsache konfrontiert, dass alle 75 Wasserschildkröten aus der Winterruhe erwacht waren und versorgt werden wollten. Wir rechneten mit ca. 30 Tagen Aquarienhaltung, bis wir die Tiere in die Gartenteiche verbringen konnten, eine Zeitspanne, welche sich aufgrund des Wetters leider immer weiter in den Sommer hin verschob. Im Nachhinein sei bemerkt, dass wir während dieser Zeit aus dem Reinigen von Filtern/Aquarien und Zimmerteichen nicht mehr herauskamen und mit Freuden die Tiere im Sommer endlich in den Garten entließen.
Das Land Berlin hat nach öffentlicher Ausschreibung mit dem Tierheim Berlin einen Vertrag geschlossen, welcher beinhaltet, dass das Tierheim alle domestizierten und alle wilden Fundtiere aufnimmt und versorgt, Wildtiere sind dann auszuwildern, domeszitierte Tiere zu vermitteln. Dieser Vertrag wurde wohl für die Reptilien erweitert, das Tierheim erhält nun für jedes reptilische Fundtier eine Zuwendung, wenn auch unzureichend. Dieser Zustand ist einerseits für das Tierheim Berlin sehr schön, andrerseits nimmt das Tierheim zwischenzeitlich keine Wasserschildkröten aufgrund von Überfüllung auf, dementsprechend landen die Tiere wieder bei uns.
In Berlin gibt es kein städtisches Tierheim. Somit gestaltet sich eine tierschützerische Aufgabe vor dem Land Berlin als Privatvergnügen, wobei ,wie oben erwähnt, nur der TVB pro Fundtier eine gewisse Zuwendung erhält, werden die Tiere direkt abgegeben, gibt es gar nichts. Glücklicherweise plant der TVB den Bau eines Exotenhauses, um die Aufnahmekapazitäten zu erhöhen, parallel zur Reptilienstation, welche ihre Außenstelle dieses Jahr erheblich vergrößert.
 
Noch im Februar 2006, vor der regelrechten Aufnahme von Reptilien im Tierheim Berlin gab es ein kurzes Zusammentreffen von Vertretern des Deutschen Tierhilfswerkes, dem TVB, dem NaBu und einigen Tierärzten aus Berlin, welche viele Reptilien zu ihren Patienten zählen. Das Treffen endete unter Berücksichtigung der aktuellen Rechtslage, dass die Tierschützer eine definierte Anzahl an Aufnahmeplätzen einrichten, sollten diese dann nach einem Zeitpunkt x besetzt sein, müsste man die nächsten Abgabetiere/Fundtiere euthanasieren, da die Tiere nicht adäquat gehalten werden können. Die Euthanasie darf nur von Amtstierärzten durchgeführt werden, welche sich, Gott sei dank, vehement dagegen sträuben. Damit bleibt aber das Problem des Wasserschildkrötenüberhanges bestehen.
 
Aufgrund der politischen Struktur in Deutschland regeln die einzelnen Bundesländer tierschützerische Fragen. In Berlin wird dieses Thema vom Land auf die Bezirke übertragen, welche für den Tierschutz dann keine Gelder zur Verfügung gestellt bekommen. Andererseits tritt der Tierschutz hinter wirtschaftlichen Interessen zurück, somit floriert der Handel, ohne sich um die „Nebeneffekte“, welche durch den Tierhandel entstehen, zu kümmern. Ein weiterer Diskussionspunkt ist nach wie vor die persönliche Freiheit der Bürger dieses Landes: Wären wir nicht alle empört, sollte es uns verboten werden, ein Tier der Wahl zu erwerben? Als mündige Bürger sollte uns aber die Verantwortung der Tierpflege über Jahrzehnte hinweg klar sein und sich nicht auf einen Weihnachtswunsch der Kinder beschränken.
Aktuell arbeiten wir an einer Vorlage für das Abgeordnetenhaus in Berlin, welche vor allem die Wasserschildkrötenfrage bearbeitet. Eine Möglichkeit, dem „Ottonormalschildkrötenkäufer“ die Endgröße der Tiere zu verdeutlichen und damit die Größe des Aquaterrariums, wäre die Bedingung, dass mit Kauf eines Jungtieres ein Gehege für die zu erwartende Endgröße des Tieres mit erworben bzw. nachgewiesen werden muss. Diese Maßnahme sollte den Handel nicht schaden, aber einem Spontankauf entgegenstehen.
Auch eine mögliche Reptiliensteuer, welche dann dem Tierschutz zugute kommen sollte wird diskutiert.
Ein Sachkundenachweis über die Haltung des Tieres der Wahl sollte vielleicht generell für alle Tiere gelten, im Falle von Exoten diskutieren Hardliner ein Importverbot. Real betrachtet können wir bei aller Diskussion dieses Jahr nicht mehr mit aussagekräftigen politischen Entscheidungen rechnen. Sinnvolle Vorschläge nehmen wir dankend in die Diskussion mit auf.
Eines sei noch bemerkt: aus seuchenhygienischen Gründen ist eine Rückfuhr der Tiere in ihre Ursprungsländer mit dortiger Auswilderung unmöglich.